Unbearbeitete Fotos


Es kommt schon mal vor, dass meine privaten Kund*innen mich darum bitten, unbearbeitete, restliche oder auch sog. Fotos im RAW-Format (Rohdaten) zu erhalten. Diesem Wunsch wird selten ein/e professionelle/r Fotograf*in nachkommen und weshalb dies so ist, erkläre ich gern kurz und knackig.

 

Zunächst einmal ist es wichtig zu erfahren, was es mit RAW-Dateien auf sich hat, die während des Fotografierens direkt in der Kamera entstehen. Diese werden unkomprimiert (ohne Datenverlust) gespeichert und bilden in erster Linie eine Art Rohdiamanten, der später zu einem .jpg-Format entwickelt wird. Eine RAW-Aufnahme sieht nie so aus wie das Bild, welches während des Fotografierens mit unseren eigenen Augen gesehen wird, denn das menschliche Auge sorgt bereits schon für fertige Ergebnisse (Farben, Kontrast, Licht usw.). Eine RAW-Aufnahme weist deutlich weniger sichtbare Ergebnisse auf, die erst beim Entwickeln hinzugefügt werden. Dazu gehören bspw. Kontrast, Weißabgleich, Belichtung, Dynamik, Objektivkorrekturen, Farbraum u.m.v. Und hierbei haben Fotograf*innen ihre eigene Handschrift, welche ihnen meist genauso heilig ist, wie des Kochs Geheimrezept. Würden meine Kund*innen die Entwicklung der RAW-Daten selbst vornehmen und Fotos mit Filtern versehen wie ich sie niemals verwenden würde, entstünde bei Dritten ein verfälschter Eindruck meiner Fotoarbeiten und könnte mir unter Umständen sogar schaden. 

 

Weitere Fotos, welche in Serie entstanden sind, jedoch nicht entwickelt und herausgegeben wurden, verbleiben bei mir und werden nicht gezeigt. Nicht alle Fotos sind perfekt, bspw. aufgrund von geschlossenen Augen, ungünstiger Mimik oder anderen Unwegsamkeiten. Daher fertige ich während eines Fotoshootings immer ein paar Bilder mehr an, damit genügend Auswahl vorhanden ist. 

Unbearbeitetes  Foto  im  RAW-Format

Alles auf dem Foto wirkt fad, gräulich und damit langweilig (außer natürlich dieses wunderschöne Model), jedoch kann aus einer RAW-Datei - dem Rohdiamanten - eine ganze Menge herausgeholt werden, was bei einer .jpg-Aufnahme kaum möglich ist. Die .jpg-Variante ist bereits komprimiert und bietet wenig Spielraum um das Beste aus einem Bild herauszuholen.


Meine  persönliche  Handschrift

Diese Aufnahme ist vollständig entwickelt und entspricht meiner Handschrift. Auf diesem Foto wollte ich explizit viel Strahlkraft und Dynamik in's Spiel bringen. Des Weiteren hat die Aufnahme aufgrund ihrer kräftigen Bearbeitung einen leichten künstlerischen Touch. Ganz am Schluss wurde die Haut  einer minimalen Hautretusche unterzogen, bei der immer das Prinzip gilt: Weniger ist mehr.


nicht  mein  Stil

Auch dieses Foto mit leichtem Sepia-Look kann durchaus  gefallen, doch in dieser Ausführung würde ich es  niemals entwickeln. Hier fehlt mir einfach der Pep, der Hintergrund wirkt ausgefranzt und die Farben wirken grün- und gelbstichig. Würde ich demnach RAW-Dateien herausgeben, liefe ich der Gefahr, dass solche oder ähnliche Aufnahmen von mir im Umlauf wären. Natürlich könnte es auch sein, dass diese gigantisch schön entwickelt würden, jedoch bleibe ich meinem Berufsethos als Fotografin durch und durch treu. RAW-Dateien verbleiben stets im Hause Haag :-).


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